Was die Fleischwelt an diesem Morgen wissen sollte.
Importkontrolle macht den Verwendungszweck zur entscheidenden Risikogröße
Das Vereinigte Königreich hat seinen National Monitoring Plan für importierte Lebensmittel tierischen Ursprungs für den Zeitraum April 2026 bis März 2027 aktualisiert. Für die Fleischwirtschaft ist bemerkenswert, wie präzise das Programm Tierart, Erzeugnisform, Gefahr und Analytik miteinander verknüpft. Es handelt sich nicht um eine pauschale Einfuhrkontrolle: Beprobt wird gezielt dort, wo Matrix, vorgesehene Verwendung und Risikolage mehr Erkenntnis verlangen.
Kultiviertes Fleisch erreicht die Dossierphase, in der die Produktidentität zählt
Die Tagesordnung des britischen Advisory Committee on Novel Foods and Processes (ACNFP) für den 16. und 17. September bringt zwei Anträge zu kultiviertem Fleisch in eine konkrete Bewertungsphase. Das Gremium will erstmals den vollständigen Antrag von Mosa Meat zu kultivierter Rinderfett-Biomasse prüfen; am Folgetag steht die Antwort zu einem Antrag auf kultivierte Ente an. Die Veröffentlichung meldet keine Zulassung. Sie dokumentiert einen wissenschaftlichen Prüfschritt im britischen Novel-Food-Verfahren.
Die Wiederöffnung für Kanada zeigt: Innereienexport braucht auditfeste Systeme
Die Dominikanische Republik hat Importe von kanadischem Rindfleisch und Rindfleischerzeugnissen einschließlich Innereien von Rindern aller Altersgruppen wieder zugelassen. Nach Angaben der Canadian Food Inspection Agency ist dies die erste Wiederöffnung seit 2003, als der Markt nach Kanadas erstem BSE-Fall geschlossen worden war. Zunächst sind drei kanadische Rindfleischbetriebe für den Export zugelassen.
Britische Exportzuwächse unterstreichen den Wert marktspezifischer Schlachtkörperverwertung
Die britischen Ausfuhren von rotem Fleisch erreichten im ersten Halbjahr 2026 einen Wert von 1,1 Milliarden Pfund Sterling; das entspricht einem Plus von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Volumen stieg um 8 Prozent auf knapp 293.000 Tonnen. Die von AHDB veröffentlichten HMRC-Daten zeigen Wachstum in allen drei Hauptkategorien: Rindfleisch legte im Wert um 23 Prozent auf 450 Millionen Pfund zu, Schaf- und Lammfleisch um 15 Prozent auf 401 Millionen Pfund, Schweinefleisch um 5 Prozent auf 267 Millionen Pfund.
Haltungskennzeichnung braucht für Importware regalfähige Nachweisregeln
Der Verband der Fleischwirtschaft (VDF) fordert, die Anwendungspflicht des Tierhaltungskennzeichnungsgesetzes (THKG), die zum 1. Januar 2027 beginnen soll, erneut zu verschieben. Die Stellungnahme der Verbändeallianz reagiert auf ausführliche Einwände der Europäischen Kommission zum notifizierten Änderungsentwurf der Bundesregierung. Nach Angaben des VDF endet die Stillhaltefrist am 12. November 2026; bis dahin darf der Gesetzentwurf nicht verabschiedet werden.