Meat Morning Briefing
02Qualität

Ausgabe 040 · 04. Oktober 2026 · 2 Min. Lesezeit

Röteres Kühlschweinefleisch kann Textur und Saftverlust kosten

Eine jetzt veröffentlichte Untersuchung zu post-rigorem, gekühltem Schweinefleisch prüft eine kurze Behandlung mit gasförmigem Stickstoffmonoxid vor einer siebentägigen Vakuumlagerung. Unter den getesteten Bedingungen verbesserte die Anwendung die Rotfärbung des Fleisches, ohne den Restnitritgehalt zu erhöhen. Gleichzeitig lagen Scherkraft und Tropfsaftverlust über denen der Kontrollgruppe. Der Farbgewinn hatte also einen messbaren technologischen Preis.

Das ist relevant, weil Farbe beim Frischfleischkauf weiterhin ein entscheidendes Signal ist. Die Ergebnisse zeigen jedoch: Eine rötere Optik ist nicht automatisch gleichbedeutend mit besserer Gesamtqualität. Die Autoren verknüpfen die beobachteten Effekte mit Proteinoxidation, Proteolyse und Veränderungen der Mikrostruktur. Wer Farbe steuert, ohne Wasserbindung und Textur mitzudenken, kann das Problem von der Theke in die Zubereitung verlagern.

Für die Prozessentwicklung ist die Studie kein Freibrief, Stickstoffmonoxid als Standardanwendung zu betrachten. Sie beschreibt ein Experiment unter klar abgegrenzten Bedingungen von Konzentration, Einwirkzeit und Lagerung. Vor einer Übertragung in die Praxis wären unter anderem eine regulatorische Bewertung, Sicherheitsvalidierung, Stabilitätsmessungen über die gesamte Haltbarkeit und unabhängige sensorische Prüfungen erforderlich.