Ausgabe 046 · 10. Oktober 2026 · 2 Min. Lesezeit
Drei Proteinmärkte verlangen drei unterschiedliche Beschaffungslogiken
Der US-Markt startet nicht mit einer einheitlichen Lage für tierische Proteine in das vierte Quartal, sondern mit drei deutlich unterschiedlichen Beschaffungssituationen. Eine am 7. Oktober veröffentlichte Analyse von CoBank beschreibt Rindfleisch als durch knappe Rinderverfügbarkeit begrenzt, Schweinefleisch als reichlicher verfügbar und exportabhängig sowie Hähnchenfleisch als wachsenden Markt, der seine Großhandelspreise absichern muss.
Bei Rind ist die begrenzte Tierverfügbarkeit laut Analyse der strukturelle Faktor. Der US-Rinderbestand stieg im Juli gegenüber dem Vorjahr zwar um 0,2 Prozent auf 94,2 Millionen Tiere, die Zahl der Mutterkühe sank aber weiter. Ein leichter Zuwachs bei Remontierungsfärsen deutet auf den frühesten Beginn einer Bestandsbindung hin, nicht auf einen schnellen Wiederaufbau. Für die Beschaffung ist relevant, dass ein erheblicher Teil der Importe aus mageren Trimms besteht, die in heimische Hackfleischmischungen eingehen.
Bei Schwein liegt die Produktion moderat über Vorjahr, während die Inlandsnachfrage uneinheitlich bleibt. CoBank bewertet Exporte als entscheidendes Entlastungsventil und hebt Mexiko insbesondere für Schinken hervor. Ob saisonale Nachfrage nach Schinken und Bäuchen sowie die Entwicklung der Kühllagerbestände Ware aufnehmen, wird die Marktlage prägen.