Ausgabe 051 · 15. Oktober 2026 · 2 Min. Lesezeit
ASP-Vorsorge muss Produktflüsse modellieren – nicht nur Tierverluste
Afrikanische Schweinepest lässt sich nicht mit einer bloßen Liste tierseuchenrechtlicher Maßnahmen vorsorgen. Die britische AHDB hat London Economics mit einer aktualisierten Analyse der wirtschaftlichen Folgen eines möglichen ASP-Ausbruchs in Großbritannien beauftragt. Die am 12. Oktober veröffentlichte Meldung nimmt Erzeuger, Verarbeiter, Exporteure und weitere Unternehmen der Lieferkette ausdrücklich gemeinsam in den Blick.
Das Projekt soll Szenarien modellieren: Ausbrüche bei Wildschweinen oder Hausschweinen, räumlich begrenzte oder weiterreichende Ereignisse sowie Fälle mit und ohne von Handelspartnern anerkannte Regionalisierungsvereinbarungen. Ebenso wird die Umsetzbarkeit von Kompartimentierung untersucht. Dafür werden Produktions-, Handels- und Betriebsdaten mit Erkenntnissen aus der Lieferkette verbunden.
Der technische Punkt ist für die Fleischwirtschaft wichtig: Regionalisierung und Kompartimentierung sind keine austauschbaren Verwaltungsvokabeln. Regionalisierung grenzt betroffene und freie Gebiete geografisch ab. Kompartimentierung soll Produktions- oder Verarbeitungseinheiten durch Biosicherheit und dokumentierte Kontrollen voneinander trennen. Ob Zielmärkte diese Instrumente anerkennen, bestimmt ihre ökonomische Wirkung mit.
AHDB erwartet den Abschlussbericht im ersten Quartal 2027 und plant eine Branchenreise nach Spanien, um das Modell an Erfahrungen zu Seuchenmanagement, Handel und Wiederanlauf zu spiegeln. Eine neue Schadensschätzung liegt noch nicht vor. Der Auftrag setzt aber eine hilfreiche Anforderung: Krisenpläne müssen zeigen können, welche Produkte, Werke, Zonen und Dokumentenflüsse in welchem Szenario weiterlaufen könnten.