Ausgabe 019 · 12. September 2026 · 2 Min. Lesezeit
Proteinkommunikation schafft für Fleisch nur mit glaubwürdigem Produktversprechen Wert
Der Proteintrend wird auch für rotes Fleisch zu einem sichtbaren Kaufkriterium, ist aber kein Freifahrtschein für jede Auslobung und jedes Produktkonzept. AHDB berichtete am 11. September, dass 57 Prozent der britischen Käuferinnen und Käufer zumindest teilweise einer proteinreicheren Ernährung folgen. Proteinbasierte Lebensmittel, einschließlich Produkte mit zugesetztem Protein, legten im zweiten Halbjahr 2025 um 9,6 Prozent zu und wuchsen damit stärker als der gesamte Lebensmittelhandel.
Die Organisation sieht mehrere Treiber, die für mehr als eine kurzfristige Social-Media-Mode sprechen: Krafttraining, eine alternde Bevölkerung, die zunehmende Nutzung von GLP-1-Medikamenten sowie das Interesse an Sättigung, Gewichtskontrolle, Muskel-, Immun- und Hautgesundheit. Protein wird damit nicht mehr nur mit Fitness assoziiert. Es wird auch für Alltagsmahlzeiten relevant, besonders dort, wo Produkte Schnelligkeit und einfache Verzehrbarkeit bieten.
Für Fleisch ist nicht allein die Zahlungsbereitschaft für einen Aufpreis entscheidend. AHDB verweist darauf, dass 71 Prozent der Menschen, die Protein aus vollwertigen oder natürlichen Quellen bevorzugen, diese Präferenz als wichtig ansehen. Daraus ergibt sich eine Chance für magere Teilstücke, Fleischsnacks und Convenience-Gerichte mit nachvollziehbar erklärter Nährwertfunktion. Nützliche Proteininformation muss jedoch verständlich, belegbar und zur realen Portionsgröße sowie zum Verzehranlass passen.