Meat Morning Briefing
01Markt · Analyse

Ausgabe 002 · 26. August 2026 · 2 Min. Lesezeit

Fleischmarkt 2035: Wachstum bleibt – aber die Gewichte verschieben sich

Der globale Fleischmarkt wächst weiter, doch die nächste Dekade folgt nicht mehr der Logik der vergangenen. Der OECD-FAO Agricultural Outlook 2026–2035 erwartet bis 2035 einen Anstieg des weltweiten Fleischverbrauchs auf rund 412 Millionen Tonnen. Das wären etwa zwölf Prozent mehr als in der Basisperiode. Pro Kopf fällt die Bewegung deutlich kleiner aus: Der globale Durchschnitt soll um lediglich 0,7 Kilogramm auf knapp 30 Kilogramm verkaufsfertiges Gewicht steigen. Hinter dem Wachstum steht damit weniger ein allgemeiner Mehrkonsum als vor allem die Bevölkerungs- und Einkommensentwicklung in Schwellenländern.

Poultry wird zum entscheidenden Volumentreiber. Rund zwei Drittel des zusätzlichen Verbrauchs sollen auf Geflügel entfallen. Kurze Produktionszyklen, eine günstige Futterverwertung und die im Vergleich zu Rind oder Schaf schnellere Anpassung des Angebots machen Geflügel zum flexibelsten Protein im Markt. Für Schweinefleisch prognostizieren OECD und FAO dagegen nur einen moderaten absoluten Zuwachs; pro Kopf könnte der Konsum global sogar sinken. Rindfleisch soll mengenmäßig um etwa acht Prozent wachsen, während der Pro-Kopf-Verbrauch im Durchschnitt weitgehend stabil bleibt.

Die geografische Verteilung ist für europäische Betriebe mindestens so wichtig wie die Gesamtmenge. Rund 76 Prozent des zusätzlichen Verbrauchs werden außerhalb der klassischen Hochlohnmärkte erwartet, vor allem in Ländern mit mittleren Einkommen. In Europa, Nordamerika und Ozeanien bremsen hohe Preise, alternde Bevölkerungen sowie Gesundheits-, Umwelt- und Tierwohlfragen den weiteren Pro-Kopf-Zuwachs. China bleibt eine Schlüsselfigur, verändert aber seine Rolle: Mehr Eigenversorgung bei Schweinefleisch und wachsende Geflügelexporte treffen auf weiterhin bedeutende Rindfleischimporte.