Meat Morning Briefing
04Tierwohl

Ausgabe 025 · 19. September 2026 · 2 Min. Lesezeit

HPAI-Notfallplanung braucht Ressourcenrechnungen auf Stallebene

USPOULTRY hat einen Excel-basierten Rechner veröffentlicht, der bei einem Ausbruch hochpathogener aviärer Influenza den Ressourcenbedarf für eine Bestandsräumung zügig abschätzen soll. Das am 17. September vorgestellte Werkzeug berechnet den Bedarf an Propan, Propan mit Dampf, Kohlendioxid und Stickstoff. Berücksichtigt werden Tierart beziehungsweise Nutzungsrichtung, Tierzahl und Gewicht, Haltungssystem, Eigenschaften des Stalls sowie die Außentemperatur.

Das Werkzeug entscheidet weder darüber, ob eine Räumung erforderlich ist, noch welche Methode im Einzelfall geeignet ist. Seine Funktion liegt in der vorbereitenden Logistikschätzung. Gerade im Seuchenfall können fehlende, strukturierte Angaben zu Gasen, Energie, Ausrüstung, Personal und Zeitabläufen die Reaktion verzögern, den Umgang mit lebenden Tieren erhöhen und die Biosicherheit erschweren.

Der technische Ansatz verdient auch außerhalb der USA Beachtung. Notfallpläne beschreiben häufig allgemeine Abläufe; ihre praktische Grenze zeigt sich bei der Übertragung auf einen konkreten Stall. Lebendgewicht, nutzbares Volumen, Dämmung, Lüftung, Witterung und verfügbare Ressourcen verändern die Annahmen. Ein Modell ist nur dann hilfreich, wenn die Eingabedaten geprüft sind und Ergebnisse gemeinsam mit Tierärzten, Tierschutzverantwortlichen und Behörden eingeordnet werden.