Ausgabe 026 · 20. September 2026 · 2 Min. Lesezeit
Hitzestress macht Schlachthof-Tierwohl zur Wetterlogistik
Die britische Food Standards Agency (FSA) hat ihren Leitungsbericht mit Zahlen aktualisiert, die zeigen, wie sehr Hitze inzwischen ein operatives Thema für Schlachtbetriebe und Tiertransporte ist. Von Mai bis Juli 2026 lagen die erfassten Fälle von Hitzestress bei Geflügel deutlich über den beiden Vorjahren; allein im Juni waren 22.633 Tiere betroffen. Bei Schweinen sticht ebenfalls der Juni mit 501 betroffenen Tieren hervor. Die Werte sind keine Verlustzahlen, beschreiben aber eine Belastung des Tierwohls, die in der Fleischkette gemanagt werden muss.
Die Behörde erinnert daran, dass Lebensmittelunternehmen vermeidbares Leiden beim Transport, in der Wartehaltung und bei der Schlachtung verhindern müssen. Amtliche Tierärztinnen und Tierärzte überwachen die Einhaltung; Fälle mit Bezug zu Transport oder Haltung werden an die zuständigen Stellen weitergegeben. Zugleich berichtet die FSA von einem Geflügelschlachthof, der wegen eingeschränkter Wasserversorgung infolge von Dürremaßnahmen zeitweise nicht arbeiten konnte. Wetter wirkt damit auf Tier und Prozessstabilität zugleich.
Im Juli haben FSA, Defra, APHA und weitere Partner das britische Extremwetter-Protokoll überprüft. Die seit August geltende, verschärfte Fassung weitet Meldungen bei Amber-Warnungen aus, stuft jeden Hitzestressfall als dringlich ein und soll Risiken früher sichtbar machen. Vorgesehen sind zudem schnellere Abstimmung zwischen Betrieben, Transport, Veterinärwesen und Behörden.