Ausgabe 032 · 26. September 2026 · 2 Min. Lesezeit
Weniger Kunststoff bei Hackfleisch verlangt einen vollständig validierten Verpackungsprozess
Der österreichische Fleisch- und Wurstwarenhersteller Berger verpackt Faschiertes künftig in einem recyclingfähigen Schlauchbeutel aus Polypropylen statt in der bislang verwendeten Schale. Nach Angaben des Unternehmens und des Maschinenlieferanten ULMA Packaging sinkt der Kunststoffbedarf dabei um rund 80 Prozent. Diese Angabe bezieht sich auf den konkreten Verpackungsvergleich und ist noch keine vollständige Nachhaltigkeitsbilanz.
Technologisch ist der Schritt relevant, weil Hackfleisch hohe Hygienesensibilität, eine große spezifische Oberfläche und anspruchsvolle Anforderungen an die SB-Präsentation verbindet. Eingesetzt wird eine Flowpack-Maschine in Washdown-Ausführung, also mit Blick auf häufige Reinigung. Für Wurstwaren arbeitet Berger zusätzlich mit einem Thermoformer. Der Fall verbindet damit zwei Anforderungen: flexible Packungsgrößen und ein Packmittel, das Verarbeitung, Distribution und Theke stabil übersteht.
Die Materialeinsparung braucht Einordnung. Weniger Kunststoff je Einheit kann Materialverbrauch senken, ersetzt aber keine Prüfung von Siegelnaht, mechanischer Belastbarkeit, Optik, Pflichtkennzeichnung, Haltbarkeit und Kühlketteneignung. Auch die tatsächliche Recyclingfähigkeit muss im Sammel- und Verwertungssystem des Zielmarkts bewertet werden – nicht allein über den Werkstoff.
Die praktische Lehre lautet daher: Materialreduktion ist ein Prozessprojekt, kein bloßer Schalentausch. Bei Hackfleisch gehört die Verpackungsspezifikation zur Produktspezifikation. Maschineneinstellung, Hygiene, gegebenenfalls Atmosphäre, Portionsgeometrie, Handling und Rückverfolgbarkeit müssen gemeinsam validiert werden.