Was die Fleischwelt an diesem Morgen wissen sollte.
Rindfleischqualität beginnt mit einer Fütterungsspezifikation – nicht mit einer einzelnen Raufutterquote
Eine neue Untersuchung der Henan Agricultural University rückt die Ration in den Mittelpunkt der Rindfleischspezifikation. Verglichen wurden drei Anteile von Luzerneheu – 11,57, 20,83 und 30,09 Prozent – bei 60 Simmental-Kreuzungen. Erfasst wurden Leistung, Schlachtkörpermerkmale, Fleischqualität, Pansenfermentation und Mikrobiota. Die Gruppe mit dem niedrigsten Luzerneanteil erreichte ein höheres Endgewicht und eine geringere Scherkraft im Musculus longissimus thoracis.
Altschaf braucht teilstückspezifische Verarbeitung statt eines pauschalen Zartheitsversprechens
Das Projekt reffiSchaf hat praxisnahe Empfehlungen veröffentlicht, wie sich ganze Teilstücke vom Altschaf für die Gastronomie hochwertig nutzen lassen. Ausgangspunkt ist ein technologisches und sensorisches Problem: Fleisch älterer Tiere besitzt wegen stärker vernetzter Kollagenfasern häufig eine festere Textur. Statt den Rohstoff pauschal in niedrig bewertete Anwendungen zu lenken, soll die Vorbehandlung am Teilstück und seinem kulinarischen Verwendungszweck ausgerichtet werden.
Rindfleisch-Wein-Pairing wird zur Frage der Gartechnik – nicht zum Gesundheitsversprechen
Eine In-vitro-Studie der Ludong University und der Northwest A&F University untersucht einen Klassiker am Tisch: Rindfleisch und Rotwein. Verglichen wurden gedämpftes, gekochtes und gegrilltes Rindfleisch jeweils mit und ohne Rotwein im INFOGEST-2.0-Verdauungsmodell sowie mit molekularen Docking-Simulationen. Im Versuchssystem verringerte Wein die Bildung gastrischer Carbonyle und erhielt freie Sulfhydrylgruppen; der deutlichste Effekt auf die Verdaulichkeit zeigte sich bei gegrilltem Rindfleisch.
EU-Schweinedaten machen Gewichtsklassen zum Frühindikator für Teilstückverfügbarkeit
Das aktualisierte Schweinefleisch-Dashboard der Europäischen Kommission zeigt, weshalb ein Schlachtkörperdurchschnitt zur Marktlesart nicht genügt. Die am 1. Oktober zuletzt aktualisierte Ausgabe bündelt Notierungen, Schlachtungen, Bestandszahlen, Produktion und Handel. In zwölf Mitgliedstaaten mit vergleichbaren Daten sank der Bestand an Hausschweinen im Mai/Juni 2026 gegenüber dem Vorjahr um 0,9 Prozent. Besonders stark fiel der Rückgang bei Tieren von 20 bis unter 50 Kilogramm mit 11,6 Prozent sowie bei Mastschweinen von 50 bis unter 80 Kilogramm mit 11,8 Prozent aus; das Segment von 80 bis unter 110 Kilogramm legte dagegen um 7,1 Prozent zu.
Seuchenentschädigung bestätigt: Bewegungsbeschränkungen sind ein Kostenfaktor der Fleischkette
Die Europäische Kommission hat 73 Millionen Euro aus der Agrarreserve zur Entschädigung italienischer Betriebe beschlossen, die von Aviärer Influenza und Afrikanischer Schweinepest betroffen waren. Davon entfallen 61 Millionen Euro auf Geflügel- und Eiererzeuger mit Schäden aus dem Zeitraum September 2022 bis März 2025. Weitere 12,5 Millionen Euro sind für Schweinehalter vorgesehen, die von ASP-bedingten Maßnahmen zwischen November 2024 und April 2025 betroffen waren. Die Zahlungen müssen die Begünstigten bis Ende Mai 2027 erreichen.