Ausgabe 044 · 08. Oktober 2026 · 2 Min. Lesezeit
Schlachtkörpergewicht schützt vor falschen Mengenprognosen
Die britischen Marktdaten zum Oktoberauftakt zeigen, dass knappe Verfügbarkeit fertiger Tiere und höhere Schlachtkörpergewichte gleichzeitig wirken können. Der durchschnittliche GB-Preis für Schlachtrinder stieg in der betrachteten Woche um 8 Pence auf 628 Pence je Kilogramm Schlachtgewicht. Die geschätzte Zahl der Schlachtrinder lag bei 29.500 Tieren: leicht über Vorwoche, aber um 3.000 Tiere unter dem Vorjahresniveau.
Dieses Signal darf nicht als automatische Abnahme der Fleischmenge gelesen werden. Nach den von AHDB herangezogenen Defra-Daten lag die britische Schlachtung von Schlachtrindern von Januar bis August zwar ein Prozent unter Vorjahr. Gleichzeitig waren die Schlachtkörper im Mittel 9,5 Kilogramm schwerer, wodurch die Rindfleischproduktion um ein Prozent wuchs. Für Einkauf und Zerlegeplanung ist deshalb nicht die Stückzahl allein entscheidend, sondern die Verbindung aus Verfügbarkeit, Gewicht, Klassifizierung und Teilstückverwendung.
Beim Lamm bestätigt sich, dass Angebotsenge artspezifisch sichtbar wird. Der Referenzpreis für Lämmer der neuen Saison stieg um 8 Pence auf 732 Pence je Kilogramm und lag damit 49 Pence über Vorjahr. Gleichzeitig sank die Schlachtung von Mastschafen gegenüber der Vorwoche um 11 Prozent auf 197.700 Tiere. Das ist eine regionale Marktaufnahme, keine Prognose für ganz Europa. Sie erinnert aber daran, dass eine Notierung erst zusammen mit Gewicht, Schlachttempo und saisonaler Schlachtkörperplanung geschäftlich aussagekräftig wird.