Meat Morning Briefing
04International

Ausgabe 048 · 12. Oktober 2026 · 2 Min. Lesezeit

Australien erzeugt mehr Rindfleisch mit kleinerem Bestand – und verschiebt den Importblick

Australiens Rindfleischproduktion zeigt erneut, dass Fleischmenge nicht unmittelbar aus der Bestandsgröße abgeleitet werden kann. Nach einer Analyse von AHDB dürfte der australische Rinderbestand 2026 um 0,9 Prozent auf 30,8 Millionen Tiere sinken, während die Rindfleischproduktion um 5 Prozent auf den Rekordwert von 3 Millionen Tonnen Schlachtgewicht steigt.

Erklärt wird diese Kombination durch mehr Schlachtungen, höhere Schlachtkörpergewichte und eine Rekordauslastung der Feedlots. AHDB erwartet 9,6 Millionen geschlachtete Rinder, 3,4 Prozent mehr als im Vorjahr und den höchsten Stand seit fast fünf Jahrzehnten. Das durchschnittliche Schlachtkörpergewicht soll um 1 Prozent auf 313 Kilogramm je Tier steigen. Die Analyse verweist auf Zuchtfortschritt, bessere Weidebedingungen in wichtigen Regionen, jüngere Ersatztiere und intensivere Endmastverfahren.

Die Handelswirkung reicht über Australien hinaus. Die australischen Rindfleischexporte erreichten 2025 mit 2,3 Millionen Tonnen Schlachtkörperäquivalent einen Rekord; für 2026 erwartet AHDB 2,4 Millionen Tonnen. Gleichzeitig wird der Marktzugang schwieriger: Chinas Quote war im Juni ausgeschöpft, danach greift laut Analyse ein Zoll von 55 Prozent. Auch in Südkorea fielen nach Ausschöpfung der Mengenregelungen Zölle an.