Ausgabe 053 · 17. Oktober 2026 · 2 Min. Lesezeit
Spaniens Rindfleischexport zeigt: Internationaler Wert entsteht mit dem ganzen Schlachtkörper
Die spanische Rindfleisch-Interprofession PROVACUNO erhielt am 14. Oktober den Preis Alimentos de España 2026 für Lebensmittel-Internationalisierung. Mit der Auszeichnung des Landwirtschafts-, Fischerei- und Ernährungsministeriums wird die Strategie der Organisation zur Erschließung und Festigung internationaler Märkte gewürdigt, die sie gemeinsam mit Unternehmen und Behörden verfolgt.
PROVACUNO beziffert seine Ausfuhren für 2025 auf mehr als 230.000 Tonnen im Wert von 1,75 Milliarden Euro; 2017 waren es 196.000 Tonnen und 693 Millionen Euro. Der Vergleich zeigt, dass Internationalisierung nicht allein mehr Volumen bedeutet: Der berichtete Wert stieg deutlich stärker als die Tonnage. Ein aggregierter Zuwachs belegt allerdings noch keine einheitliche Margenverbesserung für jedes Unternehmen, jede Kategorie und jeden Zielmarkt.
Die Organisation nennt Aktivitäten unter anderem in Vietnam, Singapur, Japan, den Philippinen, Katar, Kanada, Ägypten, Kuwait, Honduras, der Dominikanischen Republik, Thailand, Indonesien und Saudi-Arabien. Portugal, Italien und Frankreich bleiben wichtige Ziele. Algerien gewinnt für Rindfleisch an Gewicht, die Elfenbeinküste für Erzeugnisse aus der Innereiensparte. Das verweist darauf, dass Exportwert davon abhängt, für mehr Teile des Schlachtkörpers passende Märkte zu finden.
Die Branchenlehre lautet: Markteröffnung endet nicht mit einem Veterinärprotokoll. Sie verlangt vorbereitete Exportverantwortliche, angepasste Aufmachungen, dokumentierte Anforderungen sowie kontinuierliche Produktkommunikation und Geschäftsbeziehungen. Tragfähig wird Internationalisierung, wenn Cutspezifikation, Qualität, Zertifizierung und kulinarische Verwendung in ein wiederholbares Kundenportfolio übersetzt werden – nicht, wenn sie bei der Meldung über eine Zulassung oder Jahreszahl stehen bleibt.