Ausgabe 063 · 27. Oktober 2026 · 2 Min. Lesezeit
Feedlot-Vorbereitung macht Tierhistorie zur Tierwohl- und Leistungsspezifikation
Die Vorbereitung von Rindern für den Feedlot beginnt nicht am Entladetor, sondern vor dem Transport. Das ist die Kernbotschaft eines aktuellen Beitrags von Meat & Livestock Australia (MLA) nach der BeefEx 2026. Die Organisation verbindet Vorkonditionierung, Impfungen und die Gewöhnung der Tiere in der Aufzucht mit einer stabileren Anpassung an Stall, Ration, Wasser, Transport, Handling und das Zusammenführen unterschiedlicher Herkünfte beim Feedlot-Einstallen.
Im Mittelpunkt steht die bovine Atemwegserkrankung BRD, eine der wesentlichen Gesundheitsherausforderungen im Feedlot. Nach Angaben von MLA werden Vorimpfprogramme zunehmend genutzt, um die Immunantwort vor dieser Risikophase zu stärken. Programmleiter Tony Batterham verwies in der Podiumsdiskussion auf eine Halbierung BRD-bedingter Mortalitäten. Diese Zahl bildet eine berichtete Branchenerfahrung ab, nicht das Ergebnis einer neu veröffentlichten kontrollierten Studie.
Der Beitrag ist relevant, weil er Tierwohl und Leistung als eine Entscheidungskette behandelt. Absetzen und Gewöhnung im Yard, Parasitenmanagement, Zugang zu Futter und Wasser, Transportplanung und ruhiges Handling senken Belastungen, bevor sie mit Futterwechsel und Tiermischung zusammentreffen. Für Einkäufer und Feedlots sollte eine Ankaufspezifikation deshalb neben Gewicht, Rasse, Geschlecht und Kondition auch Gesundheits- und Vorbereitungshistorie erfassen.