Meat Morning Briefing
04International

Ausgabe 063 · 27. Oktober 2026 · 2 Min. Lesezeit

Diesel belastet Rindermargen – erklärt den Markt aber nicht allein

Die Dieselpreisvolatilität hat 2026 die Kosten entlang der australischen Rinderkette erhöht, erklärt aber die Entwicklung am Jungviehmarkt nicht allein. Das ist die Kernaussage einer aktuellen Marktanalyse von Meat & Livestock Australia (MLA). Seit Beginn der Störungen in der Straße von Hormus Ende Februar schwankte der nationale Einzelhandelspreis für Diesel zwischen 180 Cent je Liter in der Woche zum 22. Februar und einem Höchstwert von 319 Cent je Liter in der Woche zum 12. April – ein Anstieg um 77 Prozent.

MLA warnt vor einfachen Zuschreibungen. Der erste Kostenschock fiel mit hohen Rinderabgängen und hohen Marktanlieferungen im Süden Queenslands und Norden von New South Wales zusammen. März und April brachten mit 409.000 beziehungsweise 367.000 Tieren die beiden höchsten Monatsdurchsätze des Jahres. Bei solchen Angebotsmengen lässt sich der Einfluss des Diesels nicht sauber von mengengetriebenem Marktdruck trennen.

Von Juli bis Ende September stieg der Dieselpreis erneut von 185,5 auf 286,7 Cent je Liter, während der National Young Cattle Indicator um sieben Prozent nachgab. Die Gleichläufigkeit kann kurzfristig Kaufbereitschaft und Gebotsverhalten belastet haben; sie beweist keinen ursächlichen Zusammenhang. Im Langfristvergleich seit 2000 findet MLA nur eine schwache und uneinheitliche Beziehung zwischen inflationsbereinigten Treibstoffpreisen und dem Jungviehindikator.