Was die Fleischwelt an diesem Morgen wissen sollte.
Garverlust bei Ziegenfleisch verweist auf metabolische Qualitätsmarker
Eine neue Untersuchung an Etawah-Ziegen aus Indonesien zeigt, warum Fleischqualität nicht auf einen einzelnen pH-Wert oder die Schlachtkörperform reduziert werden sollte. Das Team verglich sechs Tiere, die aus einer Gruppe von 30 wegen hoher beziehungsweise niedriger Garverluste ausgewählt worden waren. Mit RNA-Sequenzierung aus Lebergewebe identifizierte es 332 unterschiedlich exprimierte Gene. Der Blick auf die Leber ist folgerichtig: Sie steuert den Fett-, Energie- und Nährstoffwechsel und kann damit indirekt auch das Wasserbindevermögen des Muskels beeinflussen.
Mehr EU-Geflügelangebot hängt an Importfreigaben und Futterkosten
Der neue Herbstausblick der Europäischen Kommission verändert die Lesart der Geflügelfleischverfügbarkeit in Europa. Für 2026 erwartet die Kommission ein Plus der EU-Geflügelfleischproduktion von 3,3 Prozent; die Einfuhren sollen gegenüber 2025 um 17,1 Prozent steigen. Rindfleisch läuft in die Gegenrichtung: Hier wird ein Produktionsrückgang von 2,2 Prozent prognostiziert, während Schweinefleisch um 0,5 Prozent zulegen soll. Mehr Geflügel im Markt kommt damit nicht aus einem einzigen Hebel.
Sinkende Mengen verlangen im Fleischerhandwerk Deckungsbeitragsdisziplin
Die Quartalsumfrage des Deutschen Fleischer-Verbands unter 92 Innungsbetrieben zeichnet für das deutsche Fleischerhandwerk ein schwieriges Bild. Knapp 40 Prozent der Unternehmen meldeten im ersten Halbjahr 2026 Umsatzrückgänge; rund 29 Prozent berichteten von Verbesserungen. Bei den Absatzmengen verzeichneten etwa 42 Prozent Rückgänge. Die Befragung ist nicht repräsentativ für die gesamte Branche, liefert aber ein aktuelles Stimmungs- und Praxissignal aus organisierten Betrieben.
Verpacktes Schweinefleisch stützt das Ergebnis, Frischware trägt den Rohwarendruck
Die Quartalszahlen von Smithfield Foods zeigen in einem schwächeren Rohwarenmarkt eine deutliche Trennung zwischen Frischschwein und verarbeitetem, verpacktem Fleisch. Im dritten Geschäftsquartal bis zum 27. September 2026 sanken die Konzernerlöse um 8,3 Prozent auf 3,4 Milliarden US-Dollar. Der operative Gewinn ging von 310 auf 127 Millionen US-Dollar zurück. Das Segment Packaged Meats steigerte seinen operativen Gewinn dagegen von 226 auf 230 Millionen US-Dollar und erhöhte seine Marge von 10,8 auf 11,6 Prozent.
Nachhaltiges Schweinefleisch braucht auditierbare Tierwohlkriterien und Systemäquivalenz
Der italienische Entwurf für ein Regelwerk zu „Schweinefleisch aus nachhaltiger Haltung“ hat im europäischen Notifizierungsverfahren für technische Vorschriften Stellungnahmen der Europäischen Kommission und Österreichs erhalten. Das ist relevant, weil das System SQNZ eine nationale Qualitätsbezeichnung mit Vorgaben zu Nachhaltigkeit, Tierwohl, Biosicherheit, Fütterung, Umweltmanagement, Schulung und Kontrolle verbinden soll. Das Regelwerk ist noch nicht endgültig anerkannt.