Meat Morning Briefing
02International

Ausgabe 065 · 29. Oktober 2026 · 2 Min. Lesezeit

Mehr EU-Geflügelangebot hängt an Importfreigaben und Futterkosten

Der neue Herbstausblick der Europäischen Kommission verändert die Lesart der Geflügelfleischverfügbarkeit in Europa. Für 2026 erwartet die Kommission ein Plus der EU-Geflügelfleischproduktion von 3,3 Prozent; die Einfuhren sollen gegenüber 2025 um 17,1 Prozent steigen. Rindfleisch läuft in die Gegenrichtung: Hier wird ein Produktionsrückgang von 2,2 Prozent prognostiziert, während Schweinefleisch um 0,5 Prozent zulegen soll. Mehr Geflügel im Markt kommt damit nicht aus einem einzigen Hebel.

Für Einkauf und Spezifikation ist die Herkunft der Importmengen entscheidend. Brasilien und die Ukraine sollen einen großen Teil des erwarteten Zuwachses stellen; die Kommission beziffert die erwarteten Steigerungen auf 55 beziehungsweise 23 Prozent. Für Brasilien besteht allerdings seit dem 3. September eine Aussetzung der Geflügelfleischeinfuhren nach EU-Regeln zum Einsatz antimikrobieller Mittel. Nach einem positiven Audit kündigte die Kommission am 21. Oktober an, eine Wiederzulassung vorschlagen zu wollen. Diese benötigt noch die Zustimmung der Mitgliedstaaten. Prognosemengen sind daher nicht gleichbedeutend mit sofort verfügbarer Ware.

Auch die Kostenseite bleibt relevant. Die Kommission senkte ihre EU-Getreideprognose für 2026/27 auf 262 Millionen Tonnen, 11,7 Millionen Tonnen unter der Juli-Schätzung. Die Maiserzeugung liegt demnach 20 Prozent unter dem Fünfjahresmittel. Hitze und Trockenheit haben zudem Kosten für Kühlung und Wassermanagement auf den Betrieben erhöht. Mehr Geflügelfleischangebot bedeutet also nicht automatisch günstigere Rohware oder stabile Margen entlang der Kette.