Ausgabe 065 · 29. Oktober 2026 · 2 Min. Lesezeit
Nachhaltiges Schweinefleisch braucht auditierbare Tierwohlkriterien und Systemäquivalenz
Der italienische Entwurf für ein Regelwerk zu „Schweinefleisch aus nachhaltiger Haltung“ hat im europäischen Notifizierungsverfahren für technische Vorschriften Stellungnahmen der Europäischen Kommission und Österreichs erhalten. Das ist relevant, weil das System SQNZ eine nationale Qualitätsbezeichnung mit Vorgaben zu Nachhaltigkeit, Tierwohl, Biosicherheit, Fütterung, Umweltmanagement, Schulung und Kontrolle verbinden soll. Das Regelwerk ist noch nicht endgültig anerkannt.
Nach Angaben der italienischen Tierärztevereinigung bat die Kommission um Klarstellungen zu Tierwohlanforderungen und Aspekten der Verbraucherinformation. Österreich forderte eine Äquivalenzklausel zu anderen Systemen, damit sich Zertifizierungen in der europäischen Fleischlieferkette nicht unnötig vervielfachen. Das Vorliegen der Stellungnahmen ist auch im italienischen Parlamentsverfahren dokumentiert. Es handelt sich also nicht um einen Rückzug des Vorhabens, sondern um eine Überarbeitungsphase vor einer möglichen Anerkennung.
Die Bedeutung reicht über ein italienisches Label hinaus. Ein Attribut wie „nachhaltig“ gewinnt erst dann Marktkraft, wenn seine Kriterien hinreichend konkret, überprüfbar und vergleichbar sind. Für Metzgerei, Verarbeiter oder Einkauf stellen sich immer dieselben Praxisfragen: Welche Daten werden im Betrieb erhoben, welche unabhängigen Kontrollen gibt es, wie werden Abweichungen behandelt und welcher Teil des Versprechens erreicht rückverfolgbar Verpackung, Theke oder Speisekarte?