Ausgabe 066 · 30. Oktober 2026 · 2 Min. Lesezeit
Steigende Fleischexporte müssen nach Cut und Zielmarkt gelesen werden
Vorläufige AMA-Marketing-Daten für das erste Halbjahr 2026 zeigen bei Österreichs Fleischexporten unterschiedliche Entwicklungen nach Warengruppen. Der Wert der Rindfleischausfuhren stieg um 12,2 Prozent auf rund 366 Millionen Euro, die Menge um 3,8 Prozent auf etwa 45.500 Tonnen. Bei Geflügelfleisch legte die Menge um 10,2 Prozent zu, der Wert um 9,2 Prozent auf 194,7 Millionen Euro.
Die Lesart ist wichtig, weil es sich in beiden Kategorien nicht nur um einen Preiseffekt handelt: Es wurde jeweils auch mehr Ware exportiert. Dagegen blieben Wurstwaren und Speck bei Wert und Menge nahezu auf Vorjahresniveau. Mit knapp 478 Millionen Euro blieben sie in der veröffentlichten Statistik dennoch die wertmäßig größte Fleischposition.
Für Exportbetriebe sollten diese Zahlen nicht zu einer allgemeinen Erfolgserzählung verkürzt werden. Sie sagen nicht, welche Teilstücke, Verarbeitungsprodukte, Zielmärkte oder Vertragskonditionen das Wachstum getragen haben; ebenso wenig zeigen sie Margen von Landwirtschaft, Verarbeitung oder Handel. Ein Durchschnittswert je Kilogramm kann ein Signal sein, ersetzt aber keine Ergebnisrechnung nach Produkt und Markt.