Meat Morning Briefing
03Tierwohl

Ausgabe 069 · 02. November 2026 · 2 Min. Lesezeit

ASP-Vorsorge muss die Produktflüsse mitplanen

Afrikanische Schweinepest ist nicht allein mit Biosicherheit auf dem Betrieb vorzubereiten. AHDB fasst jetzt Ergebnisse sektorübergreifender Workshops zusammen, die Anfang 2026 in Großbritannien stattfanden. Erzeuger, Schlacht- und Verarbeitungsunternehmen, Tierärzteschaft, Handel, Branchenorganisationen und Behörden haben dabei analysiert, was vor, während und nach einem möglichen Ausbruch funktionieren muss.

Aus der Arbeit gingen sechs Handlungsfelder hervor, darunter Rückverfolgbarkeit, Biosicherheit, Kapazitäten, praxistaugliche Anleitung und Handelsresilienz. AHDB zufolge laufen bereits eine wirtschaftliche Folgenabschätzung, Kommunikationsarbeit für Klein- und Rassehalter sowie ein Vordesignations-Workshop für Verarbeiter. Im Frühjahr 2027 sollen die Beteiligten zusammenkommen, um den Fortschritt zu überprüfen.

Die Stärke dieses Ansatzes liegt darin, Tiergesundheit und Marktoperation zu verbinden. Im Ausbruchsfall hätte ein Betrieb nicht nur Bewegungsbeschränkungen oder fehlende Tiere zu bewältigen. Er müsste Ware trennen, Herkunft belegen, Schlachtprogramme anpassen und mit Inlands- wie Exportkunden kommunizieren. Verfügbare Kapazität und handelsspezifische Produktspezifikationen werden damit Teil der Seuchenreaktion.

Für Unternehmen der Schweinekette sollte Vorbereitung in konkrete Tests übersetzt werden: Lassen sich betroffene Tiere, Chargen, Schlachtkörper und Produkte schnell identifizieren und separieren? Sind Logistikalternativen und Kapazitätsentscheidungen festgelegt? Sind Herkunftsdaten für Kunden, Behörden und Audits nutzbar? Die britische Arbeit zeigt: Ein Krisenplan wird erst dann operativ, wenn veterinärische Verantwortung mit realen Warenflüssen und kommerziellen Entscheidungen verbunden ist.