Meat Morning Briefing
03International

Ausgabe 074 · 07. November 2026 · 2 Min. Lesezeit

Britisches Schweineangebot verlagert sich von Gewicht zu Schlachtzahl

Die britische Schweinefleischproduktion ist im dritten Quartal 2026 weiter gewachsen, doch ihr Treiber hat sich verändert. Laut AHDB stieg die Erzeugung gegenüber dem Vorjahr um 2,8 Prozent auf 246.600 Tonnen. Das Plus fiel geringer aus als im ersten Halbjahr, weil sich die Schlachtkörpergewichte wieder nahezu auf Vorjahresniveau zurückbewegten.

Im Quartal wurden 2,64 Millionen Mastschweine geschlachtet, 2,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor; in den ersten neun Monaten waren es 7,92 Millionen Tiere, ein Plus von 2,4 Prozent. Das mittlere Schlachtkörpergewicht sank auf 89,9 Kilogramm – 2,1 Kilogramm unter dem zweiten Quartal und nur 0,1 Kilogramm über dem dritten Quartal 2025. Zu Jahresbeginn hatten länger auf den Betrieben gehaltene Schweine infolge von Verarbeitungskapazitätsengpässen die Gewichte und damit die Produktion deutlich erhöht.

Für Einkauf und Verarbeitung verhindert das eine zu einfache Lesart der Verfügbarkeit. Tonnage allein beschreibt den künftigen Rohwarenstrom nicht. Wenn das Wachstum stärker aus Schlachtzahlen als aus Gewicht entsteht, verändert sich die Zusammensetzung des Angebots; der zusätzliche Beitrag schwererer Tiere zu einzelnen Cuts und Trimms nimmt ab.

Beachtung verdient zudem die Zahl geschlachteter Sauen und Eber: Sie erreichte 56.000 Tiere, 15,4 Prozent mehr als im Vorjahr und den höchsten Quartalswert seit dem vierten Quartal 2023. AHDB wertet anhaltend höhere Ausstallungen als mögliches Frühzeichen für einen Abbau der Zuchtherde. Das ist noch keine feste Knappheitsprognose, aber ein Signal für Verträge, Teilstückplanung und die Absicherung für 2027.