Ausgabe 075 · 08. November 2026 · 2 Min. Lesezeit
Englands TB-Strategie macht Tiergesundheit zur langfristigen Lieferkettenvariable
Die britische Regierung hat ihre langfristige Strategie zur Tilgung der Rindertuberkulose in England bis 2038 formell angenommen. Mit der Mitteilung vom 5. November wird eine zuvor vorgelegte Stoßrichtung in einen politischen Umsetzungsrahmen überführt. Für die Rindfleischkette ist entscheidend, dass die Strategie Prävention im Betrieb, Diagnostik, Überwachung und institutionelle Koordination verbindet, statt auf eine Einzelmaßnahme zu setzen.
Vorgesehen ist die weitere Entwicklung einer einsetzbaren Rinderimpfung zusammen mit einem Test, der geimpfte von infizierten Tieren unterscheiden kann. Die Regierung strebt an, die Impfung bei Rindern ab 2030 einsetzen zu können. Daneben sollen staatlich finanzierte obligatorische Bluttests ausgeweitet, privat finanzierte Testoptionen erprobt und die Wildtierüberwachung durch die Untersuchung tot aufgefundener Dachse verstärkt werden.
Die Lage bleibt für Tierverfügbarkeit und Herdenplanung relevant. Der Anteil englischer Bestände, die wegen eines TB-Vorfalls Restriktionen unterlagen, sank laut Regierung von 4,2 Prozent Ende Juni 2025 auf 3,4 Prozent Ende Juni 2026. Auch die Zahl neuer Verluste des TB-freien Status ging gegenüber den vorherigen zwölf Monaten um ein Fünftel zurück. Das sind Fortschrittsindikatoren, aber kein Beleg für eine bereits erreichte Tilgung.