Ausgabe 011 · 04. September 2026 · 2 Min. Lesezeit
Broilerqualität braucht einen vernetzten Blick vom Tier bis zur postmortalen Umwandlung
Eine aktuelle Übersichtsarbeit zur Broilerfleischqualität führt zusammen, was in der Praxis oft getrennt behandelt wird: Genetik, Fütterung, Gesundheit, Umwelt, Management vor der Schlachtung und die postmortale Umwandlung. Im Zentrum steht der Energiestoffwechsel des Muskels zum Schlachtzeitpunkt. Glykogenreserven, Mitochondrienfunktion, oxidatives Gleichgewicht, Calciumregulation und proteolytische Systeme beeinflussen die Geschwindigkeit des pH-Abfalls – und damit Farbe, Wasserbindevermögen, Struktur, Zartheit, Aroma und Qualitätsfehler.
Der Beitrag liefert keine neue Prozessvorgabe, sondern ein integrierendes Denkmodell. Sein Kern: Endqualität lässt sich nicht verlässlich durch eine einzelne Stellgröße erklären. Eine Veränderung bei Lüftung, Besatzdichte, Wachstumsleistung, Rationsgestaltung oder Logistik kann den Stoffwechselzustand des Tieres verändern; sichtbar werden die Folgen später bei Zerlegung, Verpackung und Garverlust.
Für Schlachtbetriebe und Integrationen ist bedeutsam, dass der Ansatz Tierwohl, Produktionsdaten und Prozesstechnik verbindet. Die Autoren beschreiben das Potenzial, Omics-Daten mit Sensorik und Betriebsdaten zu kombinieren, um Risiken vorauszusehen statt sie erst am bereits fehlerhaften Produkt zu klassifizieren. Das betrifft bekannte Herausforderungen wie PSE, DFD, Woody Breast, White Striping, Oxidation und schwankende Zartheit.