Ausgabe 014 · 07. September 2026 · 2 Min. Lesezeit
Grillprodukt-Kontrolle zeigt: Qualität endet nicht bei der Probe
Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit hat 2026 insgesamt 262 Grillprodukte untersucht, darunter 180 fleischhaltige Erzeugnisse. Nach Angaben des LGL gaben 254 Proben, also 97 Prozent, keinen Anlass zur Beanstandung. Eine fertig verpackte Probe wurde sensorisch als bereits verdorben bewertet; bei zwei weiteren Fertigpackungen wurden Kennzeichnungsmängel festgestellt. Zusätzlich prüfte das Amt 59 marinierte Fleischproben von Rind, Schwein und Geflügel mikrobiologisch und sensorisch.
Die hohe unauffällige Quote ist kein Freibrief für nachlässigen Umgang. Amtliche Kontrolle ist eine Momentaufnahme der untersuchten Proben, keine Garantie für jede Charge oder für die Handhabung zu Hause. Sensorik, Mikrobiologie und Kennzeichnungsprüfung decken unterschiedliche Aspekte ab; erst gemeinsam ermöglichen sie eine belastbare Beurteilung von Grillprodukten.
Für Fachhandel, Gastronomie und BBQ-Praxis ist die Botschaft doppelt. Erstens muss ein Qualitätssystem Rohwaren, Marinaden, Temperaturen, Datierung und Kennzeichnung gleich konsequent dokumentieren. Zweitens bleibt die Kundenansprache Teil der Lebensmittelsicherheit: Kühltransport, Trennung roher Ware, Händehygiene und ausreichendes Durchgaren werden nicht durch ein gutes Laborergebnis erledigt. Produktqualität setzt sich nach dem Kauf in der richtigen Handhabung fort.