Meat Morning Briefing
03Tierwohl

Ausgabe 003 · 27. August 2026 · 2 Min. Lesezeit

Dürre-Ausnahmen machen Futterresilienz zur Qualitätsfrage

Die Dürre zwingt Frankreich dazu, einzelne Produktionsvorgaben für Herkunftszeichen und den Ökolandbau unter engen Voraussetzungen anzupassen. Das INAO teilte am 25. August mit, dass mehr als 400 individuelle Ausnahmen für rund 4.000 Bio-Milchviehbetriebe bewilligt worden seien. Sie erlauben in begründeten Fällen einen begrenzten Einsatz nichtökologischer Futtermittel, wenn außergewöhnliche Klimabedingungen zu Futterausfällen geführt haben.

Die Mitteilung betrifft vor allem den Milchsektor, ist aber für die gesamte Wiederkäuerhaltung einschließlich der Rindfleischerzeugung ein wichtiges Signal. Bleibt der Grünlandaufwuchs aus und werden Winterfutterreserven vorzeitig verbraucht, wird die Futterversorgung schnell zu einer Frage von Tierwohl, Leistung und wirtschaftlicher Stabilität. Die Ausnahme setzt das Regelwerk nicht außer Kraft: Jeder Antrag muss begründet, geprüft und genehmigt werden.

Für Fleischprogramme, die mit Herkunft, Fütterung oder Bio-Erzeugung werben, verlangt der Umgang mit Ausnahmen besondere Sorgfalt. Produktionskontinuität darf nicht in einen Verlust der Produktidentität münden. Deshalb zählen sowohl die Dokumentation veränderter Rationen als auch eine präzise Kommunikation entlang der Lieferkette.