Ausgabe 033 · 27. September 2026 · 2 Min. Lesezeit
Der US-Schweinebestand signalisiert eine engere Pipeline – nicht die sofortige Knappheit jedes Teilstücks
Der vierteljährliche Septemberbericht des USDA beziffert den US-Schweinebestand zum 1. September 2026 auf 74,3 Millionen Tiere. Das sind zwei Prozent weniger als ein Jahr zuvor, aber zwei Prozent mehr als im Vorquartal. Der Bestand an Mastschweinen lag bei 68,4 Millionen Tieren, der Zuchtbestand bei 5,87 Millionen; beide Werte lagen unter dem Vorjahresniveau.
Für die Fleischkette ist daraus keine unmittelbare Knappheit abzuleiten. Relevant ist der Quartalswechsel, weil er zeigt, in welchen Gewichtsstufen Tiere stehen, und weil Abferkelabsichten auf das spätere Rohstoffangebot verweisen. Der Ferkelanfall von Juni bis August sank gegenüber dem Vorjahr um zwei Prozent auf 34,5 Millionen Tiere; die Zahl der abferkelnden Sauen ging um drei Prozent zurück. Zugleich stieg die Zahl abgesetzter Ferkel je Wurf von 11,82 auf 11,96.
Für September bis November melden die Erzeuger geplante Abferkelungen von 2,85 Millionen Sauen, zwei Prozent weniger als im Vorjahr. Für Dezember 2026 bis Februar 2027 liegen die Absichten mit 2,80 Millionen Abferkelungen zwei Prozent darüber. Das ist weder Preis- noch Schlachtprognose: Futter, Gewichte, Tiergesundheit, Export und Verarbeitungskapazität entscheiden weiterhin, wie sich ein Bestand in das Angebot einzelner Teilstücke übersetzt.
Auffällig ist auch die Struktur: Betriebe mit mehr als 5.000 Tieren, die Schweine besitzen, aber bei Vertragsmästern aufziehen lassen, vereinten 56 Prozent des nationalen Bestands auf sich – vier Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Für europäische Einkäufer sind die Daten daher ein Frühindikator. Sie gehören neben Schlachtgewichten, Verfügbarkeit von Bauch, Schinken und Trim sowie Handelsentwicklung in die Beschaffungsanalyse – nicht in eine direkte Fleischpreisbotschaft.