Ausgabe 062 · 26. Oktober 2026 · 2 Min. Lesezeit
Rekordniedrige September-Einstallungen verengen die spätere Rinderpipeline
Der US-Feedlotbestand zum 1. Oktober lag nur geringfügig unter dem Vorjahresniveau. Die entscheidende Zahl im am 23. Oktober veröffentlichten USDA-Bericht sind die September-Einstallungen: 1,777 Millionen Tiere, 12 Prozent weniger als im September 2025 und der niedrigste Septemberwert seit Beginn der aktuellen Zeitreihe 1996.
In Feedlots mit mindestens 1.000 Plätzen standen 11,372 Millionen Rinder und Kälber, nach 11,418 Millionen im Vorjahr. Die Abgänge zur Schlachtung lagen im September bei 1,524 Millionen Tieren, sieben Prozent unter Vorjahr und ebenfalls auf dem niedrigsten Septemberniveau der Reihe. Der Bericht verbindet damit weiterhin beachtliche kurzfristige Verfügbarkeit mit einem engeren künftigen Zulauf; er beschreibt keine automatische Knappheit jedes Teilstücks.
Auch die Gewichtsklassen der Einstallungen sind relevant. Die größte Gruppe stellten Tiere mit 800 bis 899 Pfund Lebendgewicht mit 422.000 Stück, gefolgt von der Klasse 700 bis 799 Pfund mit 385.000. Unter 600 Pfund lagen 360.000 Tiere. Diese Klassen sind keine unmittelbare Prognose für Fleischtonnen, helfen aber, die zeitliche Staffelung bis zur potenziellen Schlachtung einzuordnen.
Für Fleischbeschaffung und Verkauf muss der Bericht mit Schlachtkörpergewichten, Schlachttempo, Ausbeute, Importen von Magerfleisch und teilstückspezifischer Nachfrage gelesen werden. Die niedrigen Einstallungen verstärken das Signal eines engeren späteren Angebots an ausgemästeten Rindern. Daraus direkt eine Preisprognose für Rücken, Hackfleisch oder Trim abzuleiten, wäre jedoch zu weitgehend. Der Wert der Daten liegt in der Trennung von aktuellem Bestand, Vermarktungstempo und Nachbesetzung der künftigen Pipeline.