Meat Morning Briefing
03Handwerk

Ausgabe 071 · 04. November 2026 · 2 Min. Lesezeit

Automatisierung im Fleischhandwerk schafft Wert nur mit Zeitgewinn für Qualität und Service

Die Süffa in Stuttgart, die vom 7. bis 9. November 2026 stattfindet, stellt Rationalisierung als Gestaltungsaufgabe für den Betrieb dar – nicht als bloßes Sparprogramm. Messe-Stuttgart-Geschäftsführer Stefan Lohnert beschreibt im Gespräch mit der afz einen Ansatz, der Automatisierung, Produktionsorganisation, bediente Theke und digitale Selbstbedienung verbindet.

Der Ausgangspunkt ist praktisch: Sind Bestellungen, Rezepturen, Personaleinsatz und Maschinen nicht sauber aufeinander abgestimmt, werden Reibungsverluste am Ende auch an der Theke sichtbar. Auf der Messe sollen Technologien zu sehen sein, die Routinearbeit automatisieren, Fehlerquellen mindern und Zeit für Beratung sowie Produktentwicklung schaffen. Hinzu kommen vernetzte Kassensysteme, Vorbestell-Apps, digitale Bezahllösungen, Kühl- und Hygienemonitoring sowie Schnittstellen zur Warenwirtschaft.

Für Handwerksbetriebe ist nicht entscheidend, ob jeder Prozess digitalisiert wird. Entscheidend ist, ob die Kombination nachweislich Lieferfähigkeit, Prozesssicherheit und Einkaufserlebnis verbessert. Ein Smartstore oder SB-Modul kann Verkaufszeiten erweitern, ersetzt aber keine Thekenkompetenz. Ebenso erzeugt eine neue Maschine keinen Ertrag, wenn Rezepturen, Planung, Schulung und Wartung voneinander getrennt bleiben.

Die Süffa verknüpft diese Fragen mit Wettbewerben, Live-Demonstrationen und Diskussionen zu 24/7-Angeboten, Personalgewinnung und Verkaufsformaten. Das bietet Betrieben einen brauchbaren Rahmen, Investitionen über konkrete Anwendungsfälle zu prüfen: Welcher Engpass wird gelöst? Welche Daten sind verlässlich? Welcher Schritt bleibt menschlich verantwortet? Und wie viel Zeit entsteht tatsächlich für Qualität und Kundschaft?