Meat Morning Briefing
03Lebensmittelsicherheit

Ausgabe 002 · 26. August 2026 · 2 Min. Lesezeit

Vor dem Einfrieren entscheidet sich mehr, als viele Prozesspläne zeigen

Einfrieren stoppt mikrobiologische Prozesse nicht rückwirkend. Diese scheinbar einfache Feststellung steht hinter einer Bewertung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit vom 27. Januar 2026. Die EFSA untersuchte, wie sich Bakterien auf Fleisch von Rind, Schaf und Schwein während Kühlung, Lagerung, Einfrieren, Auftauen und anschließender Aufbewahrung entwickeln. Betrachtet wurden sowohl Krankheitserreger wie Salmonella und Listeria als auch Mikroorganismen, die Geruch, Aussehen und Haltbarkeit beeinträchtigen.

Im Mittelpunkt steht die Zeit vor dem Gefrierpunkt. Temperatur, Dauer und Verpackungsart bestimmen, mit welcher mikrobiologischen Ausgangslage ein Produkt überhaupt eingefroren wird. Vakuum kann das Wachstum bestimmter Organismen verändern, ersetzt aber weder Temperaturführung noch Zeitkontrolle. Die EFSA verglich unterschiedliche Prozessszenarien mit einer Referenz: Fleisch, das 15 Tage lang unverpackt bei 7 Grad Celsius gelagert wurde. Mithilfe mathematischer Modelle wurde eine sogenannte Äquivalenzzeit berechnet – also wann ein anderes Szenario ein vergleichbares mikrobielles Niveau erreicht.

Für die Praxis ist das wichtiger als eine einzelne pauschale Höchstfrist. Zwei Produkte können am Tag des Einfrierens gleich aussehen und dennoch eine sehr unterschiedliche Prozessgeschichte besitzen. Ein Betrieb, der nur Einfrierdatum und Mindesthaltbarkeit dokumentiert, sieht den entscheidenden Teil womöglich nicht: Temperaturverlauf, vorherige Lagerdauer, Verpackungszustand und geplantes Auftauverfahren.