Meat Morning Briefing
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Ausgabe 070 · 03. November 2026 · 2 Min. Lesezeit

Genomische Qualitätsprognosen brauchen rassespezifische Signale

Genomische Selektion in der Rinderzucht lässt sich nicht bruchlos von einer Population auf die andere übertragen. Eine am 28. Oktober im Journal of Animal Science veröffentlichte Studie untersuchte genomische Zusammenhänge mit Augenmuskelquerschnitt und intramuskulärem Fett bei den Reinzuchten Angus und Hereford sowie den Kreuzungspopulationen Brangus, Santa Gertrudis und Speckle Park.

Die Datengrundlage ist groß: Für den Augenmuskelquerschnitt wurden phänotypische und genomische Daten von mehr als 66.000 Bullen und mehr als 56.000 Färsen ausgewertet; für intramuskuläres Fett waren es mehr als 65.000 Bullen und 54.000 Färsen. Die Autoren fanden teils über Populationen hinweg auftretende Genomregionen, aber ebenso rassespezifische Signale. Als Erklärung nennen sie unter anderem unterschiedliche Allelfrequenzen und Muster des Kopplungsungleichgewichts.

Das Ergebnis ist kein Versprechen für eine universell einfache Qualitätsprognose. Es zeigt vielmehr: Mehr­rassige Zuchtwertsysteme sollten gemeinsame Marker mit einer populationsspezifischen Gewichtung verbinden. Gerade bei Qualitätsmerkmalen ist das relevant. Marmorierung und Muskelausprägung sind nicht nur Zuchtziele, sondern beeinflussen Schlachtkörperwert und spätere Esserfahrung.

Für die Fleischkette folgt daraus, dass Genetik die Vorhersagbarkeit verbessern kann, aber keine Produktspezifikation ersetzt. Genomdaten müssen mit Haltung, Fütterung, Alter, Schlachtkörperdaten und Absatzweg verbunden werden. Erst dann können sie helfen, Qualitätsziele in Zuchtentscheidungen und später in differenzierte Fleischangebote zu übersetzen.