Meat Morning Briefing
02Research

Ausgabe 003 · 27. August 2026 · 2 Min. Lesezeit

Methan braucht in der Klimabilanz der Fleischwirtschaft eine zweite Kennzahl

Unternehmensbilanzen für Treibhausgase verdichten sehr unterschiedliche Emissionen häufig zu einer einzigen CO₂-Äquivalent-Zahl. Eine neue, in Frontiers in Climate veröffentlichte Arbeit schlägt vor, dass Vieh- und Fleischunternehmen die etablierte GWP100-Berichterstattung beibehalten, sie für biogenes Methan aber um GWP* ergänzen. So sollen Veränderungen der Methanemissionen und ihre Wirkung auf die Erwärmung über die Zeit besser abgebildet werden.

Der Ansatz ersetzt bestehende Berichtssysteme nicht. Vorgeschlagen wird eine Doppelberichterstattung: Kohlendioxid und Lachgas bleiben bei GWP100; enterisches Methan und Methan aus Wirtschaftsdüngern werden zusätzlich mit GWP* ausgewiesen. Damit fehlende Unternehmenshistorien die Berechnung nicht verhindern, beschreiben die Autoren ein Verfahren einer „Schattenfirma“, die aus nationalen Emissionsdaten der zwanzig Jahre vor dem Basisjahr konstruiert wird.

Methodische Sorgfalt ist dabei entscheidend. Die Studie verlangt, biogenes Methan von anderen Gasen zu trennen, und warnt davor, CO₂-Äquivalente mit erwärmungsbezogenen CO₂-Äquivalenten gleichzusetzen. Sie zeigt ebenfalls: Dauerhaft steigende Methanemissionen können unter GWP* ungünstiger erscheinen. Das Verfahren ist also kein Instrument, um Kennzahlen automatisch kleiner zu rechnen.

Für Fleischunternehmen mit Klimazielen liegt der Nutzen vor allem im Management. Setzt sich der Ansatz durch, gewinnen Beschaffungsentscheidungen, die Wahl des Basisjahrs und die Herkunft der Rinder für die Klimakommunikation an Gewicht. Gute Praxis bleibt, Annahmen, Methoden und beide Kennzahlen transparent offenzulegen.