Meat Morning Briefing
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Ausgabe 053 · 17. Oktober 2026 · 2 Min. Lesezeit

Hitzestress muss vor der Endmast geführt werden, wenn Rindfleischqualität geschützt werden soll

Die Aufzuchtphase herbstgeborener Kälber rückt in einem neuen Projekt der Arkansas Agricultural Experiment Station in den Fokus. Das Team prüft, ob ein kommerzieller Futterzusatz mit mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren die physiologischen Folgen sommerlichen Hitzestresses mindern kann. Der Ansatz schließt eine konkrete Lücke: Viele Studien betrachten Hitzestress vor allem in der Endmast, während Tiere in Herbstkalbesystemen die heißen Monate in der Aufzucht durchlaufen.

Das Versuchsdesign endet nicht bei der tierischen Leistung. Erfasst werden Wachstum sowie Indikatoren für Hitzestress und Entzündung. Anschließend sollen Rinderlenden auf Farbstabilität, Zartheit und Aroma untersucht werden. Das ist fachlich relevant, weil damit eine Fütterungsmaßnahme mit Merkmalen verbunden wird, die über die Verwendbarkeit des Produkts in Zuschnitt, Verpackung und Zubereitung entscheiden.

Ergebnisse liegen noch nicht vor. Omega-3-Zusätze dürfen deshalb nicht als nachgewiesene Qualitätslösung dargestellt werden. Untersucht wird zudem ein kommerzielles Produkt unter bestimmten Haltungs- und Klimabedingungen. Ob sich der Ansatz auf andere Betriebe übertragen lässt, hängt von Dosis, Einsatzdauer, Kosten, Tierreaktion sowie den Folgen für Schlachtkörper und Fleisch ab.

Die technische Bedeutung liegt darin, das Hitzemanagement aus der Endmast in eine frühere Produktionsphase zu verlagern, in der Wachstumspotenzial und Belastbarkeit noch geprägt werden. Für die Fleischkette folgt daraus: Hitzestress ist nicht nur als Verlust an Tageszunahme zu behandeln. Wenn er Farbe, Zartheit oder Geschmack verändert, wird er zu einer Variable der Tierspezifikation und Qualitätsplanung.